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Wandern und Bergsteigen

Wandern und Bergsteigen erleben derzeit eine Renaissance: Sie werden zu Recht als besonders gesundheitsfördernd beschrieben. Gleichzeitig gilt Wandern als naturverträglich, da die Bewegung selbst keinerlei Emissionen erzeugt. Dennoch kann sich Wandern zur Umweltbelastung entwickeln, wenn viele Menschen gleichzeitig unterwegs sind. Mit den DAV-Tipps für naturverträgliches Wandern können wir diese Belastungen auf ein verträgliches Minimum senken:

Bergsport und Auto

Anreise mit Bus und Bahn
Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern oft auch weniger anstrengend. Auch die Kombination Bahn/Fahrrad bietet sich fürs Bergwandern an.

Fahrgemeinschaften
Fahrgemeinschaften sind zum einen billiger, zum anderen bieten sie eine umweltbewusstere Anreisemöglichkeit, falls das Wandergebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbar ist.

Anfahrtskilometer und Höhenmeter
Für einen umweltbewussten Bergsteiger sollten Höhenmeter und Anfahrtskilometer in einem verantwortbaren Verhältnis zueinander stehen. Dies gilt insbesondere für weite Fahrten.

Parkplätze nutzen
Bitte vorhandene ausgewiesene Parkplätze benutzen. Wenn doch auf Privatgrundstücken geparkt werden muss, kann eine Anfrage beim Besitzer sicher nicht schaden. Nicht in Wiesen und Feldern zu parken, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Informationen für die umweltfreundliche Anreise:
Fahrpläne, Telefonnummern von Privatbussen und Taxi-Unternehmen können im Internet und bei den örtlichen Tourismus-Büros erfragt werden.


Wandern naturverträglich

Wege benutzen
Benutzen Sie bitte die markierten Weg - vor allem, wenn es sich um ein Wald- und Moorgebiet handelt. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch im Sinne einer wohldurchdachten Lenkung durch ökologisch sensible Flächen.

Abkürzer vermeiden
Kleine Abkürzer oder Abschneider an Wegkehren haben manchmal große Auswirkungen: Je nach geologischem Untergrund und Hangneigung kann sich aus einer harmlosen Verletzung der Grasnarbe eine Erosionsrinne und schließlich eine großflächige Bodenzerstörung entwickeln. Dies kann örtlich zur Bedrohung von Wanderwegen oder gar zu deren Zerstörung führen.

Abseits der Wege - nur ausnahmsweise
Wenn schon mal ein Abstecher abseits von Wegen gewagt wird, dann bitte nur außerhalb von Schutzgebieten und oberhalb der Baumgrenze. Wanderer abseits von Wegen oder außerhalb der üblich frequentierten Tageszeiten
können unter Wildtieren erhebliche Unruhe verursachen. Das trifft vor allem im Herbst und in den leider immer häufigeren schneearmen Wintermonaten zu. Zur Regel sollte diese mehr auf Abenteuerlust ausgerichtete Art des Wanderns aber auf keinen Fall werden.

Müll wieder mitnehmen
Keinen Müll zu hinterlassen, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Nehmen Sie bitte auch kompostierbare Speisereste wieder mit ins Tal, denn unter den im Gebirge herrschenden Bedingungen geht der biologische Abbau viel langsamer voran!

Pflanzen schonen
Pflanzen sollte man besser fotografieren, anstatt sie zu pflücken. Das ist nicht nur ein Beitrag zum Artenschutz! Auch der nächste Wanderer kann sich dann noch an der Blumenpracht erfreuen.

Nur zu Fuß auf die Hütte
Hüttenversorgungswege werden von einem sportlichen und umweltbewussten Wanderer weder mit dem eigenen PKW noch mit dem Taxi befahren.

Gegenseitige Rücksicht
Sollten Sie Ihre Wanderung mit dem Fahrrad kombinieren, dann beachten Sie, dass Fußgänger immer Vorfahrt haben. Meiden Sie schmale Wege zu "Stoßzeiten" wie Feiertage und Wochenenden.

Vorsicht auf Almweiden
Das Durchqueren einer Almweide mit einem Hund kann die Kühe sehr beunruhigen. Vorsicht ist vor allem bei Muttertierhaltung geboten! Die Rinder reagieren auf einen Hund aggressiv.

Weidegatter schließen
Nach dem Durchqueren einer Alm bitte nicht vergessen, das Weidegatter wieder zu schließen. Ein offen gelassenes Weidegatter ärgert nicht nur den Almbauern, sondern kann auch die Weidetiere in ernste Gefahr bringen.


Freies Betretungsrecht

In den Alpen gilt in aller Regel ein Betretungsrecht der freien Landschaft. Das heißt, dass "zum Zwecke der Erholung das Betreten der Flur jedermann auf eigene Gefahr gestattet ist".

Eingeschränktes Betretungsrecht in Schutzgebieten
Das Betretungsrecht kann mit einem Wegegebot in Schutzgebieten eingeschränkt werden, z.B. in Nationalparks, Naturschutzgebieten oder Wildschutzgebieten, Ruhegebieten (Österreich) oder Wald-Wild-Schongebieten (Schweiz). In Schutzgebieten muss jeder auf dem Weg bleiben.

Campieren und Biwakieren in den Bergen
Nicht in Wiesen und Feldern. Wiesen und Felder dürfen in der Nutzzeit nur auf Wegen betreten werden.

Hunde an die Leine
In den meisten Schutzgebieten müssen Hunde an der Leine geführt werden.

 

Klettern in der Natur - Naturschützer und Kletterer gemeinsam für eine lebenswerte Umwelt

Alle Lebewesen sind gleichzeitig Nutzer und Teil der Natur. Daher müssen alle das Ziel verfolgen, die Lebensgrundlagen zu erhalten und die Nutzungsinteressen so zu gestalten, dass die Leistungs- und Regenerationsfähigkeiten des Naturhaushaltes auf Dauer nicht beeinträchtigt werden. Ein umweltschonendes Klettern kann diesen Anforderungen durchaus gerecht werden.

Felsen und Felslandschaften sind wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die sich den extremen Standortbedingungen angepasst haben und sehr empfindlich auf Beeinträchtigungen reagieren. Daher müssen wir zwischen den Erfordernissen des Naturschutzes und den durchaus berechtigten Interessen der Klettersportler abwägen. Gemeinsame Regelungen von Landesbehörden, Naturschutzverbänden und Kletterorganisationen auf freiwilliger Basis sind gegenüber behördlichen Verordnungen stets vorzuziehen, da hiermit eine bessere Akzeptanz erreicht werden kann.

Zukunftsorientierter Klettersport in der Natur sollte die folgenden Punkte beinhalten:

  • Umweltschonend anreisen und verweilen
Die Fahrt zu den Kletterfelsen sollte möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zumindest in Fahrgemeinschaften erfolgen. Es sollte selbstverständlich sein, Abfälle wieder mitzunehmen (dazu zählen auch Zigarettenkippen !) und unnötigen Lärm zu vermeiden.
  • Nur ausgewiesene Parkplätze und Zugangswege benutzen
Wildes Parken und ein Abweichen von den gekennzeichneten Zu- und Abstiegswegen schadet der Natur.
  • Sperrungen und Markierungen beachten
Die Felssperrungen - z.B. zum Schutz von Wanderfalken - sollten unbedingt beachtet werden. Aktuelle Informationen über die gesperrten Felsen sind am Bärenbrunnerhof und an der Asselsteinhütte ausgehängt und im Internet bei der "Vereinigung der Pfälzer Kletterer e.V." unter "www.pfaelzer-kletterer.de" abrufbar. Die bundesweit einheitlichen Markierungen zeigen den richtigen Weg zu den Einstiegsstellen.
  • Vorhandene Abseil- und Umlenkhaken benutzen
Die Nutzung vorhandener Haken schont die Felsen und die darauf angesiedelte Vegetation und vermeidet Erosionen.
  • Magnesia-Gebrauch vermeiden
Auf den Einsatz von Magnesia sollte möglichst ganz verzichtet werden.

Diese Regeln basieren auf Empfehlungen, die von den Kletterverbänden und Naturschutzorganisationen in Rheinland-Pfalz gemeinsam erarbeitet wurden.

   
       Naturschutzorganisationen
   
 
   

Commission Internationale pour la Protection des Alpes (CIPRA)
Projekt Wald in Not
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete
Bergwaldprojekt

   
     

Letzte Änderung:04. Oktober 2011

 

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